Neuer Chor Stuttgart – Künstler für den Frieden Stuttgat e.V. – Mitglied im Baden-Württembergischen Sängerbund e.V.

Zwischen allen Stilen

Perlen aus Klassik, Moderne, Agitprop und Nonsens

Aufführung am Sonntag, 18. Juli 2010, um 19 Uhr im Marmorsaal im Weißenburgpark, Stuttgart (beim Bopser, unterhalb des Teehauses)

Flugblatt zum Jubiläumsprogramm

Zwischen allen Stilen hat der Neue Chor Stuttgart sich in den vergangenen 25 Jahren immer besonders wohl gefühlt. Nach beinahe jedem Konzert hieß es bei der Suche nach einem neuen Programm: Jetzt aber bitte einmal etwas ganz anderes.

Zum Jubiläum lassen die derzeit rund 30 Sängerinnen und Sänger diesen Spagat zwischen Renaissance und Romantik, zwischen Barock und Moderne an einem einzigen Abend vorüberziehen. Es ist ein buntes Potpourri aus 25 Jahren Neuer Chor Stuttgart, mit Perlen aus verschiedenen Programmen, aber ohne jeden Anspruch, dass es die dicksten, die schönsten oder die warum auch immer wichtigsten Perlen sein sollen.

Die Wurzeln des Chors liegen in der Friedensbewegung, und auch wenn daraus musikalisch längst anderes gewachsen ist, blieb und bleibt die Konfrontation mit Konflikten und gesellschaftlichen Widersprüchen ein tragendes Motiv. Dass man dabei nicht auf das Repertoire eines politischen Bewegungschors beschränkt sein muss, wird vielleicht am deutlichsten im Programm eines Konzerts von 1988. Die Kantate »Die Mutter« von Hanns Eisler und Berthold Brecht wurde damals einer anderen Mutter-Geschichte gegenübergestellt: dem »Magnificat« von Johann Sebastian Bach.

Damit war die Brücke geschlagen zur klassischen Musik, zum Barock und später auch der Renaissance. Stets war das Ziel, Neues zu finden, das bis dahin selten oder nie zu hören gewesen war. Zu singen, was andere auch singen, war ausdrücklich unerwünscht. Es entstand eine Vorliebe für die kleine Form, das Lied und den A-capella-Gesang. Liebeslieder standen auf dem Programm, weltliche Klage und Spott, und seltener auch Kirchliches. Nonsens, Schalk und verborgener (Tief)-Sinn waren Inhalt zweier ganzer Programme, die musikalisch dann wieder in der Gegenwart spielten und beim Publikum auf viel Begeisterung stießen.

Dazu gehörten auch die »Galgenlieder« von Christian Morgenstern. Martin Tiemann, musikalischer Leiter seit 1987, hat Morgensterns bierselige Geniestreiche zu einem abendfüllenden Programm vertont. Mehrfach hat er zu Konzerten Kompositionen beigesteuert, und noch ein weiteres Mal den ganzen Abend bestritten, nämlich mit der Musik zu Texten von Günter Eich.

Zuletzt geändert von  Rainer Klüting, 13.07.2010